Seine Lilien und Rosen blühen seit 200 Jahren

Die Blu­men­mo­ti­ve auf Ihren Tee­tas­sen sind 200 Jah­re alt? Kann das sein? Na klar, und sie kön­nen auch Ihre Wän­de mit die­ser Blu­men­pracht schmü­cken oder Ihre Bett­wä­sche. Und vor dem Ein­schla­fen in einem der zahl­rei­chen Pracht­bän­de mit die­sen Blü­ten­wun­dern blät­tern, von denen es heu­te mehr denn je gibt. ​ ​

Aus Les Roses (1817–1824)
Pierre Joseph Redouté (1759–1840)
Pierre Joseph Redou­té

Die Rede ist von Pierre-Joseph Redou­té (1759–1840). Die Geschich­te klingt wie ein Dreh­buch: Als 13-Jäh­ri­ger ver­lässt er sein Dorf in den Arden­nen, um Maler­lehr­ling zu wer­den. Drei Jah­re spä­ter kommt er als mit­tel­lo­ser Unbe­kann­ter in Paris an – und legt eine film­rei­fe Kar­rie­re hin.

Redou­té ver­dient sich ein paar Sous mit dem Ver­kauf klei­ner Blu­men­bil­der an einen Stra­ßen­händ­ler. Und eines der Bil­der begeis­tert den rei­chen Hob­by­bo­ta­ni­ker L’Héritier, der ver­mit­telt den Kon­takt zu einem der ange­se­hens­ten Küns­ter, dem Hol­län­der Gérard van Spaen­don­ck. Der erkennt die Fähig­kei­ten des jun­gen Malers und för­dert ihn — der Beginn einer Freund­schaft bis zu van Spaen­don­cks Lebens­en­de.

Überlebenskünstler zwischen den Thronen

Redou­tés Kar­rie­re über­dau­ert hef­ti­ge poli­ti­sche Umbrü­che wie die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, er arbei­tet nach­ein­an­der als offi­zi­el­ler Maler für Köni­gin Marie-Antoi­net­te, Kai­se­rin Jose­phi­ne Bona­par­te und Marie-Amé­lie, wie­der eine Köni­gin. Dazu gibt er meh­re­ren Prin­zes­sin­nen Mal­un­ter­richt. Sein Erfolg basiert auf sei­ner Fähig­keit, Blu­men­por­traits zu schaf­fen, die eine ein­zig­ar­ti­ge Ver­bin­dung von wis­sen­schaft­li­cher Prä­zi­si­on und künst­le­ri­scher Anmut haben. Sei­ne berühm­tes­ten Wer­ke, Les Lili­a­cées über die Lili­en­ge­wäch­se und vor allem Les Roses, ent­ste­hen in die­ser Zeit und zei­gen Pflan­zen aus den fran­zö­si­schen Kai­ser­li­chen Gär­ten.

Ama­ryl­lis de Jose­phi­ne aus Les lili­a­cées von 1813

Redou­tés Wer­ke erzie­len heu­te astro­no­mi­sche Prei­se: Ori­gi­nal­sei­ten aus Redou­tés “Choix des Bel­les Fleurs…” wer­den für 1.600 $ gehan­delt, aber gan­ze Wer­ke sind rich­tig teu­er: Das berühm­tes­te von allen, das drei­bän­di­ge Les Roses, ent­stan­den von 1817 bis 1824, erziel­te 2024 bei Sotheby’s 42.000 €, ein Exem­plar wech­sel­te 1994 bei Christie’s sogar für rund 330.000 € den Besit­zer.

Doch man muss kein Mil­lio­när sein, um Redou­té zu genie­ßen. Ob auf Por­zel­lan, Tisch­de­cken oder Tape­ten – sei­ne Wer­ke sind heu­te prä­sen­ter denn je.

Wir wer­den hier noch tief in die Welt von Pierre-Joseph Redou­té ein­tau­chen. Las­sen Sie sich über­ra­schen!

Ger­hard Groe­be, Bil­der: Public domain

Redou­té Wer­ke sind auch nach 200 Jah­ren noch aktu­ell

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