Hüterinnen der Vielfalt: Die Frauen der Pomological Watercolors

Hin­ter den mehr als 7.500 Obst-Aqua­rel­len der Pomo­lo­gi­cal Water­co­lor Coll­ec­tion des US-Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums ver­birgt sich eine Geschich­te, die lan­ge im Schat­ten der offi­zi­el­len Archi­ve lag. Zwi­schen 1886 und 1942 erschaf­fen Künst­le­rin­nen und Künst­ler einen Bil­der­schatz, der heu­te als eine der bedeu­tends­ten Doku­men­ta­tio­nen der Welt gilt. Die drei Frau­en, die allein etwa die Hälf­te der Aqua­rel­le malen, ler­nen wir näher ken­nen.

Handwerkliche Präzision statt Fotografie

War­um lässt eine Regie­rungs­be­hör­de so vie­le Aqua­rel­le malen? Die Ant­wort ist sim­pel: Die frü­he Farb­fo­to­gra­fie steckt noch in den Kin­der­schu­hen. Um neue Züch­tun­gen zu kata­lo­gi­sie­ren und Krank­hei­ten zu doku­men­tie­ren, benö­tigt das USDA eine Detail­tie­fe, die nur das mensch­li­che Auge und eine ruhi­ge Hand lie­fern kön­nen.

Drei Frauen, ein gemeinsames Erbe

Drei Namen ragen aus der Lis­te der Illus­tra­to­rin­nen und Illus­ta­to­ren beson­ders her­aus. Sie prä­gen den Stil der Samm­lung über Jahr­zehn­te:

Debo­rah Gris­com Pass­mo­re (1840–1911): Die Meis­te­rin der Tex­tur
In die­ser klei­nen Aus­wahl sehen Sie Pass­mo­res unglaub­li­ches Talent, Ober­flä­chen leben­dig wer­den zu las­sen. Ach­ten Sie auf den fei­nen Flaum der Pfir­si­che und das fast fühl­ba­re Reli­ef der Zitrus­früch­te.

Aman­da Almi­ra New­ton: Wis­sen­schaft­li­che Prä­zi­si­on
New­ton doku­men­tiert oft auch das Inne­re der Früch­te. Ihre Quer­schnit­te sind Meis­ter­wer­ke der bota­ni­schen Genau­ig­keit und dien­ten Züch­tern als exak­te Refe­renz.

Ellen Isham Schutt: Der unbe­stech­li­che Blick
Schutt schreckt auch vor „Schön­heits­feh­lern“ nicht zurück. Ihre Bil­der von Äpfeln mit Schorf oder Insek­ten­fraß sind für die For­schung bis heu­te von unschätz­ba­rem Wert.

Ein Erbe, das heute wichtiger ist denn je

Die­se Frau­en malen nicht nur „schö­ne Bil­der“. Sie hal­ten die gene­ti­sche Viel­falt fest, bevor die indus­tri­el­le Land­wirt­schaft vie­le die­ser alten Sor­ten ver­drängt. Vie­le der Früch­te, die wir auf ihren Aqua­rel­len sehen, sind heu­te im Han­del längst ver­schwun­den.

Dank der Arbeit die­ser Pio­nie­rin­nen besit­zen wir heu­te ein visu­el­les Gedächt­nis unse­rer Kul­tur­pflan­zen. Ihre Aqua­rel­le sind die Schnitt­stel­le zwi­schen har­ter Wis­sen­schaft und höchs­ter Kunst­fer­tig­keit – geschaf­fen mit einer Prä­zi­si­on, die kein Com­pu­ter der Welt erset­zen kann.

In unse­rer Gale­rie zei­gen wir Ihnen die Meis­ter­wer­ke von Pass­mo­re, Schutt und New­ton – ein Denk­mal für die Frau­en, die der Pomo­lo­gie ein Gesicht gaben.